Meinungen zur Einführung weiblicher Dienstgradbezeichnungen

(entnommen u. a. dem   >Gästebuch<   zum Umfragethema)

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Marko aus Bremen (14.10.2008)

Kurz und knapp:
Für den Erhalt des generischen Maskulinums!

 

Bernd Wittenbröker aus Detmold / NRW  (19.09.2005)

Da die Zeiten, in denen man die Gattin des Herrn Hauptmann mit "Frau Hauptmann" oder die des Herrn General mit "Frau General" ansprach, eindeutig vorbei sind, halte ich es für völlig unangebracht, die bestehenden Dienstgradbezeichnungen zu verweiblichen, wo diese nicht zufällig eine andere (Berufs-) Bezeichnung beinhaltet, die auch in weiblicher Form geläufig ist, wie z.B. die Ärztin. Es ist schon genug, dass die Soldatinnen im Schriftverkehr den Zusatz (w) führen. Keine Frau Doktor und keine Frau Professor tun dies ebenso. Bei "die Gefreite" kann man sicherlich streiten, wenngleich dieser Begriff für eine "zur Ehefrau genommene" nicht mehr sehr gebräuchlich, sondern eher unbekannt ist. Alice Schwarzer in allen Ehren - weshalb werden ständig Probleme gesehen, wo keine sind?

 

bwb aus Niedersachsen (26.02.2005)

Die Verweiblichung mit aller Gewalt von Namen macht keinen Sinn. Die Frauen wollen das auch gar nicht. Es bringt nur unnötige Bürokratie und Querelen mit sich. Man muss es sich nicht unnötig schwerer machen als es ist. Frauen wollen einfach nur ihre Arbeit machen - und das gut - ohne Extrawurst. Den Frauen tut man mit der Einführung einer Quote am wenigsten etwas Gutes, weil nur die Eignung zählen sollte. Die weniger geeigneten Frauen machen es den wirklich guten Frauen damit unnötig schwer- so wie es in jedem anderen Beruf auch ist.

 

OLt P. von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg   (14.01.2005)

Für eine Einführung weiblicher Dienstgrade fehlt mir jegliches Verständnis. Ebenso für die Erhöhung der Frauenquote innerhalb der Bw, was ja nichts mehr mit Gleichstellung, sondern eher mit Benachteiligung der männlichen Kameraden zu tun hat!

 

ANNO -  Bw   (01.11.2004)

Nehmen wir mal das Beispiel Feldwebel. Dieser Dienstgrad hieß in seiner Ursprungsform Feldweibel. Es gab in jener Zeit Soldaten eines Ranges, die, so mein Kenntnisstand, ihre Frauen mit ins Feld führen durften. Feldwebelin wäre demnach eine frauliche Frau. Ziemlich unpassend. Außerdem klingt dies mehr wie eine Verniedlichung und nicht wie ein militärischer Dienstgrad.

 

anonym von der UniBwM   (09.03.2004)

Diese Diskussion hat keinen Anlass. Weibliche sowie männliche Soldaten sind sich einig, dass es unnötig wäre, weibliche Dienstgrade einzuführen. Des weiteren sind weibliche Amtsbezeichnungen nicht üblich ... siehe öffentlicher Dienst oder akademischer Bereich (Frau Staatssekretär oder Frau Professor Doktor). Mit diesem Hintergrund ist eine Debatte über eine Änderung NICHT angebracht. Oder will wieder ein Obrist zum General werden? *Insider* *g*

 

Uffz Stolle   (31.07.2003)

Zur Einführung von weiblichen Dienstgradbezeichnungen wollte ich folgendes sagen:
Ich bin eigentlich dagegen. Ich habe nichts gegen Frauen in der Bundeswehr - aber, wie hört sich das denn bitte an ? Hauptfrau ? Unteroffizierin, Oberleutnantin ? Ich denke Frau Hauptmann oder Frau Oberleutnant genügt auch. Sollten sich die Frauen dadurch diskriminiert fühlen, sollte man vielleicht doch darüber nachdenken.

 

Sandra Schäfer aus Witten   (28.07.2003)

Ich bin eine Frau Stabsunteroffizier und ich fände es schrecklich, wenn da jetzt noch die weibliche Endform dran soll.
Bei "Soldatin" ist die weibliche Form noch ok. Aber hört sich nicht "Feldwebelin" ziemlich doof an ?
Ich würde mich weigern, mich so ansprechen zu lassen !!
Das hat auch nichts mit Tradition zu tun, sonst würden wir Frauen immer noch am Herd stehen, ein Kind nach dem Anderen bekommen und die Männer verdienen das Geld !!

 

Axel von Baumbach vom HSchBtl 27, Gießen   (25.07.2003)

Und wieder einmal erleben wir eine Diskussion, an der niemand Bedarf hatte !
Aus meiner Sicht ist die Idee, verweiblichte Dienstgradbezeichnungen einzuführen, einfach nur lächerlich.
Ich bin grundsätzlich der Auffassung, dass Frauen besser nicht Soldat werden sollten, schon gleich gar nicht in den Kampftruppen.
Meine Schwester ist Offizier in der US-Airforce, dies all denen gesagt, die meinen sollten, ich wüsste nicht, worüber ich rede.

 

Kicksee aus AG 51 "I", Schleswig  (15.05.2003)

Ich bin grundsätzlich gegen weibliche Dienstgradbezeichnungen.
Es geht um Tradition und da jedeR SoldatIn meist mit "Herr" bzw. "Frau" angesprochen wird, macht eine "Verweiblichung" der Dienstgrade kaum Sinn.
Einzige denkbare Ausnahme wäre hier "Frau Gefreite".

 

Marco Mehnert   (02.04.2003)

Was ist denn zeitgemäß daran, alles in unserer Sprache zu verweiblichen? Ich sage doch auch, "ich geh zum Bäcker" - das kann dann auch ein weiblicher Bäcker sein! Wer fühlt sich denn hier ausgeschlossen? Das einzige, was dies zur Folge hat, ist ein doppelter und dreifacher Wortlaut zu ein- und derselben Sache (Bsp.: Soldaten und/oder Soldatinnen haben hierzu geäußert ...). Das heißt: Wir reden noch mehr und sagen doch nicht mehr.!?
Ich versuche stets nach dem Grundsatz zu reden:
Generische Maskulina werden im Folgenden ganz traditionell im nicht ausschließenden, d.h. geschlechtsindifferenten Sinne gebraucht. Es ist also semantisch nicht ausgeschlossen, dass ein Soldat - selbst des Sanitätsdienstes - auch männlich, ein Truppenoffizier auch weiblich sein kann.

 

L. P. von der Universität der Bundeswehr in Hamburg   (02.04.2003)

Man stelle sich Folgendes vor: "Frau Hauptfrau, Fähnrichin zur See Soundso, ich melde ..."
Ich kann mir nicht helfen, ich finde allein die nun "drohende" Anrede schlichtweg lächerlich.
Zudem möchte ich mir lieber gar nicht ausmalen, welches Bild die Soldaten verbündeter Streitkräfte von der Bundeswehr gewinnen müssten, würden diese Dienstgrädinnen tatsächlich eingeführt.
Viele andere Armeen, auf die immer wieder verwiesen wurde, als es darum ging, ob Frauen überhaupt in der Bundeswehr dienen sollten haben sehr viel mehr Erfahrung mit solchen Themen und soweit ich weiß hat es keine für nötig befunden, neue Dienstgradbezeichnungen einzuführen.
Hoffentlich kommt es nicht soweit!

 

Gerhard Stöhr aus Dresden  (01.02.2003)

Auch wenn die meisten Dienstgrade eine jahrhundertealte Tradition haben, ist der Drang zur Abgrenzung der Frauen von gemeinsamen Sammelbegriffen (sogar im Plural) auch bei den Rängen wohl nicht aufzuhalten, weil eben "zeitgemäß". Daß aber bei der Anrede eines weiblichen Vorgesetzten das Geschlecht gleich zwei Mal (Frau Feldwebelin) zum Ausdruck gebracht werden soll, vermag ich nun wirklich nicht einzusehen.

 

J.M. aus R. aus Eifel  (27.08.2002)

Gender mainstreaming kommt nur dann voran, wenn man(n) oder frau sich auch über solche Verbalregeln Gedanken machen und streiten. Also weiter so! Interessant, dass sich im Zeitalter von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften kaum ein Mann über die Bezeichnung Hauptmann aufregt, wo es doch nun auch Nebenmänner (ebenso wie schon immer Nebenfrauen) geben kann.

 

GeFue1 aus Nordrhein-Westfalen (20.07.2002)

Seit Monaten beschäftigt mich die überflüssige Diskussion, ob in den deutschen Streitkräften überhaupt weibliche Funktionsbezeichnungen verwendet werden dürfen. Ob der bloßen Behauptung hin, diese seien einer mentalen Akzeptanz der Streitkräfte nicht zugänglich ("wir wollen das nicht"), werden dringend benötigte Ausführungsbestimmungen aufgehalten. Auf Grund dieser Haltung, die vermutlich nur in den Köpfen Weniger existiert, bedarf es der Umsetzung des "Gender-Mainstreaming" in einem so genannten "top-down-Ansatz". Auf die Einsicht oder die mentale Akzeptanz in diesen Köpfe zu warten heißt, "Gender-Mainstreaming" auf den "Sankt-Nimmerleins-Tag" zu verschieben.

 

StH aus Bayern  (27.04.2002)

Die genannten Beispiele scheinen nicht ohne Einfluss auf das Umfrageergebnis zu sein.
Es wäre wohl besser, die einführenden Worte etwas offener zu halten.
M.E. sind einige aktuelle Dienstgrade durchaus "geschlechtsneutral".
Mithin müssten allenfalls einige Dienstgradbezeichnungen feminisiert (???) werden.

 

Bernd Otto Mohnfeld aus Sachsen  (06.04.2002)

Taten sind besser denn Worte !

 

Dan Maor aus Tel Aviv / Berlin   (28.02.2002)

In den meisten anderen Ländern/Sprachen werden Dienstgradbezeichnungen kaum oder nur hinsichtlich eines Teils der Dienstgrade moviert.
Auch in Deutschland geben einige weibliche Formen, die gebildet werden können, Sinn, andere weniger.
Hat sich eigentlich schon einmal jemand darüber Gedanken gemacht, wie lächerlich so manche krampfhaft movierte Dienstgradbezeichnung klingt? Damit tut man den weiblichen Soldaten wirklich zumindest zum Teil keinen Gefallen.
"Seekadettin" klingt ja vielleicht ganz "schnuckelig", und "Generalstabsärztin" klingt sicherlich runder als "Frau Generalstabsarzt".
Geradezu doppeldeutig ist aber das Wort "Gefreite", und der Satz "ich habe eine unglaublich fähige Hauptfrau" schreit geradezu nach der Rückfrage "und wie sind Ihre Nebenfrauen?"
Das Wort "Generalleutnantin" finde ich auch etwas zungenbrecherisch. Andere Vorschläge sind unnatürlich: Wer spricht denn außerhalb der Bundeswehr von einer "Kapitänin", etwa in der Zivilluftfahrt? "Sie ist der Kapitän" klingt vielmehr relativ normal und vermännlicht die betreffende Frau auch nicht.
Und warum kehrt man nicht gleich mit dem Besen durch die Dienstgradbezeichnungen, auch bei den Männern? "Oberstabsbootsherr" klingt doch würdevoll, seine Kameradin gleichen Ranges wäre die "Oberstabsbootsdame".
Braucht man überhaupt so viele Dienstgrade?

 

wmk aus DPWN  (21.01.2002)

Im Zweifel kommt es auf eine kurze und prägnante Sprache an. Dem steht entgegen, wenn für gleiche FUNKTIONEN unterschiedliche Wörter, ggfs. mit verlängerten Endungen, verwandt werden.
Oder anders ausgedrückt: Unter ReFa-Kriterien werden Zeitanteile ermittelt, die nicht zur Verfügung stehen.

 

Bernd Otto Mohnfeld aus Sachsen  (16.01.2002)

zu den verbalkosmetischen Zappeleien:
"Tantum inter Stoicos, Serene, et ceteros sapientiam professos interesse, quantum inter feminas et mares,non immerito dixerim, cum utraque turba ad vitae societam tantundem conferat, sed altera pars ad obsequendum, altera imperio nata sit."
SENECA, DE CONSTANTIA SAPENTIS 1

 

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