Chronologie der Irak-Krise
(Stand: 7. März 2003)

 

US-Präsident Bush hat den Irak vor rund einem Jahr in einer Rede zur Lage der Nation öffentlich ins Visier genommen. In der Ansprache am 29. Januar 2002 sagte Bush, der Irak bilde zusammen mit Iran und Nordkorea eine "Achse des Bösen".

Die wichtigsten Ereignisse seither:

20. September 2002: Die US-Regierung stellt eine neue Sicherheitsstrategie mit der Möglichkeit von Präventivschlägen vor. 11. Oktober 2002: Der US-Kongress gibt Bush mit großer Mehrheit die Vollmacht für einen Militärschlag gegen den Irak.

8. November 2002: Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet die von den USA und Großbritannien eingebrachte UN-Resolution 1441, in der Bagdad unter Androhung "ernster Konsequenzen" zum Offenlegen seiner Waffenprogramme verpflichtet wird. 27. November 2002: Inspekteure der UN- Kontrollkommission UNMOVIC und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) beginnen mit der Suche nach atomaren, biologischen und chemischen Waffen. 7. Dezember 2002: Bagdad legt fristgerecht einen 12.000 Seiten starken Waffenbericht vor. Washington und London kritisieren ihn später als unzulänglich

11. Dezember 2002: Die USA drohen im Falle von Angriffen mit Gegenschlägen bis hin zur atomaren Vergeltung. 24. Dezember 2002: US-Verteidigungsminister Rumsfeld erteilt den ersten Marschbefehl für 25.000 Soldaten in die Golfregion. 16. Januar 2003: Die Inspekteure entdecken in einem Munitionsdepot elf leere Chemiewaffen-Sprengköpfe und einen "noch näher zu untersuchenden" Sprengkopf. Zuvor hatte Chefinspekteur Blix über die Entdeckung großer Mengen in den Irak geschmuggelter waffenfähiger Güter berichtet.

21. Januar 2003: Bundeskanzler Schröder legt sich darauf fest, dass es im UN- Sicherheitsrat kein deutsches Ja zu einer den Krieg legitimierenden UN-Resolution geben wird. Unterstützt wird diese Haltung vom französischen Präsidenten Chirac. US-Verteidigungsminister Rumsfeld bezeichnet daraufhin Deutschland und Frankreich als das "alte Europa" und "ein Problem".

26. Januar 2003: US-Außenminister Powell bekräftigt, dass die USA notfalls auch ohne Unterstützung durch den UN- Sicherheitsrat gegen den Irak Krieg führen werden.

27. Januar 2003: Die UN-Chefinspekteure werfen dem Irak in ihrem Bericht für den Weltsicherheitsrat schwerwiegende Versäumnisse bei der Aufdeckung der Rüstungsprogramme vor und fordern mehr Zeit für ihre Inspektionen.

29. Januar 2003: US-Präsident Bush schwört sein Land in einer "Rede an die Nation" auf einen möglichen Krieg ein und schließt einen Alleingang der USA nicht aus. Er kündigt an, Außenminister Powell werde am 5. Februar dem Sicherheitsrat neue Beweise für Verstöße des Irak gegen UN-Auflagen vorlegen. Im Sicherheitsrat plädiert eine Mehrheit für die Fortsetzung der Waffeninspektionen.

30. Januar 2003: Großbritannien, Spanien, Italien, Portugal, Dänemark, Polen, Tschechien und Ungarn stützen in einer gemeinsamen Erklärung die US-Politik.

31. Januar 2003: Die Erklärung stößt auf starke Kritik in der EU. Ratspräsident Simitis schlägt einen EU-Gipfel vor, um zu einer gemeinsamen europäischen Position zu kommen.

5. Februar 2003: US-Außenminister Powell stellt im UN-Sicherheitsrat die "Beweise" der USA für die Verstöße des Iraks gegen die UN-Resolution 1441 vor. Er präsentiert Satellitenbilder und Gesprächsmitschnitte irakischer Militärs.

14. Februar 2003: Zweiter Bericht der UN-Inspekteure Blix und ElBaradei: Keine Beweise für Massenvernichtungswaffen gefunden.

23. Februar 2003: Der Irak stimmt dem Einsatz deutscher Drohnen (Luna X 2000) und französischer Mirage-Maschinen zur Aufklärung seines Staatsgebietes zu.

24. Februar 2003: USA, Spanien und Großbritannien legen einen neuen Resolutionsentwurf vor, der einen Militärschlag legalisieren soll. Frankreich, Deutschland und Russland verlangen in einem Memorandum eine Intensivierung der Inspektionen.

1. März 2003: Der Irak beginnt zum Ablauf einer von Inspekteur Blix gesetzten Frist mit der Zerstörung seiner Al-Samud-2-Raketen. Außerdem "findet" das Land große Mengen seiner B- und C-Waffen. Das türkische Parlament lehnt die Stationierung von 62.000 US-Soldaten ab.

5. März 2003: UN-Inspekteur Blix lobt Bagdads Kooperation. Die Vernichtung der Raketen sei reale Abrüstung. Die Vernehmung von irakischen Wissenschaftlern ohne Aufpasser sei informativ gewesen.

7. März 2003: Blix bescheinigt dem Irak in seinem dritten Bericht, dass sich die Zusammenarbeit verbessert habe. Die Positionen der Mitgliedsländer werden dadurch kaum beeinflusst.

10. März 2003: Russland und Frankreich kündigen ihr Veto gegen eine den Krieg billigende UN-Resolution an.

16. März 2003: Krisengipfel auf den Azoren mit US-Präsident Bush und den Premiers von Großbritannien und Spanien, Blair und Aznar.

17. März 2003: Die USA, Großbritanien und Spanien ziehen ihren Resolutionsentwurf zurück. Bush fordert Saddam Hussein auf, den Irak binnen 48 Stunden zu verlassen. Anderenfalls würden die USA das Land angreifen.

18. März 2003: Die UN-Waffeninspekteure sowie zahlreiche Diplomaten und Journalisten verlassen den Irak.

20. März 2003: Um 02.00 Uhr MEZ läuft das US-Ultimatum gegen Saddam Hussein ab. Eineinhalb Stunden später beginnen die USA ihre Angriffe auf den Irak.

 

Quelle: ARD-Videotext vom 23. März 2003 (Seite 157)